Lange hat der Bezirk Trier auf diesen Tag gewartet. Lange waren auch die Vorbereitungen zu diesem Ereignis. Und am Ende war es eine großartige Geburtstagsfeier. Am 18. Dezember 1924 wurde die Gemeinde Trier gegründet. Am 22. Dezember 2024, dem 4. Advent, wurde der 100. Geburtstag in der Kirche Trier gebührend gefeiert: mit Bezirksapostel Stefan Pöschel, Apostel Gert Opdenplatz, Bischof Pascal Strobel und allen Vorstehern des Bezirks Trier – und mit Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe.
Geburtstag der Gemeinde Trier
Der Tag begann mit einem halbstündigen Vorprogramm. Vorgetragen wurden Musikstücke mit Orgel/Klavier und Posaune, der Chor trug ein Lied vor. Anschließend folgte eine Bild-Präsentation über die 100-jährige Geschichte des Bezirks Trier. Zum Schluss des Vorprogramms sang der Kinderchor.
Der Gottesdienst begann im Hinblick auf 100 Jahre NAK Trier mit dem Gemeindelied aus dem Gesangbuch „Danket dem Herrn“.
Der Bezirksapostel legte dem Gottesdienst ein Textwort zugrunde aus Johannes 3, 30: „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ Nach dem Verlesen sang der wiederbelebte Bezirkschor aus dem Chorbuch das Lied „Dem in der Finsternis“.
Zu Beginn seiner Predigt sprach der Bezirksapostel seine herzlichen Glückwünsche zum Geburtstag der Gemeinde aus. Dann sagte er, dass er zum Geburtstag ein besonderes Grußwort mitgebracht habe, nämlich aus Habakuk 2, 20: „Aber der HERR ist in seinem heiligen Tempel. Es sei stille vor ihm alle Welt!“ Im Tempel ist der Herr, da ist es Licht. Dann ging er auf den Text des Chorliedes ein, in dem das Licht besungen wird: „Dem in der Finsternis wandelnden Volke erschien das helle Licht. Es ist Tag geworden über die, die vom Schatten des Todes umgeben waren.“
Nach vorne blicken
Wir sollen nicht an Altem festhalten, sondern nach vorne blicken und selbst ein Licht sein. Hierzu führte der Bezirksapostel ein Wort an aus 1.Korinther 3, 16: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ Wenn wir uns in der Kirche zum Gottesdienst treffen, muss die Welt draußen bleiben. Und die Hauptsache muss sein: das Wiederkommen Jesu Christi.
Der letzte Prophet des alten Bundes
Das kurze prägnante Textwort stammt von Johannes, dem Täufer: Er (Jesus) muss zunehmen, ich (Johannes der Täufer) aber muss abnehmen. Dieser Johannes war im Grunde der letzte Prophet des alten Bundes. Er hat zur Buße aufgerufen und Jesus den Weg bereitet. Und er hat kein Blatt vor den Mund genommen, hat sogar dem König Herodes die Leviten gelesen.
In diesen Tagen heißt es „Gott, der Retter, ist da.“ Unser Ziel ist die ewige Gemeinschaft mit Jesus. Er soll über unser Leben herrschen und in unserem Leben herrschen. Wir wollen zum Nächsten demütig sein und nach Gottes Willen fragen und danach tun. Somit streben wir nach Harmonie mit Gott und Harmonie zum Nächsten.
Apostel Opdenplatz und die Zeit Habakuks und heute
Apostel Opdenplatz ging in seinem Mitdienen noch einmal auf das Licht ein. Als er zu Beginn des Gottesdienstes nach vorne kam, ist ihm in der Frontwand der Kirche das strahlende, leuchtende Kreuz aufgefallen. 100 Jahre Neuapostolische Kirche in Trier ist, gemessen an der 2000-jährigen Geschichte Triers, eine kurze Zeit. Aber was ist da nicht alles erlebt worden. Die Zeit zu Habakuk muss damals eine schreckliche Zeit gewesen sein, in der Habakuk sich nicht unterkriegen ließ. Das ist bewundernswert. Habakuk beschreibt diese Zeit in Kapitel 3, in den Versen 17 und 18 so: „Denn der Feigenbaum grünt nicht, und es ist kein Gewächs an den Weinstöcken. Der Ertrag des Ölbaums bleibt aus, und die Äcker bringen keine Nahrung; Schafe sind aus den Hürden gerissen, und in den Ställen sind keine Rinder. Aber ich will mich freuen des HERRN und fröhlich sein in Gott, meinem Heil.“ Die heutige Zeit ist nicht weniger schlimm, nur anders. Denken wir nur an Magdeburg vor zwei Tagen oder vor vier Jahren die Amokfahrt in Trier. Hierbei ist auch ein Mitglied der Gemeinde Trier ums Leben gekommen.
Priester Stricksner und die Naherwartung
Priester Florian Stricksner wurde noch zu einem Predigtbeitrag gerufen und führte an, dass der Gottesdienst und die Naherwartung Jesu unser Lebensmittelpunkt sein muss.
Das Heilige Abendmahl
Abschließend erwähnte der Bezirksapostel noch eine Zeile aus dem Gesangbuchlied „Brich herein, süßer Schein“. An die musste er während den Predigtbeiträgen denken, wo es heißt „dass uns werde klein das Kleine, und das Große groß erscheine.“
Es folgte die Vorbereitung und das Heilige Abendmahl.
In der anschließenden Vorbereitung auf das heilige Abendmahl für Entschlafene sprach der Bezirksapostel an, dass auf dem Altar ganz viele kleine weiße Sternchen lagen. Das bewegte ihn sehr; er musste an die vielen Sternenkinder denken, die gleich herzutreten könnten. Dieses Abendmahl für die entschlafenen Seelen wurde stellvertretend in die Hände von Hirte Thomas Stüber und Bezirksältester Jürgen Raudzus gelegt.
Oberbürgermeister Wolfram Leibe
Den Abschluss des Gottesdienstes bildete eine Ansprache von Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe. Er bedankte sich für die freundliche Einladung und erwähnte auch, dass er stolz auf die ökumenische Arbeit in der Stadt Trier sei, ein schönes Miteinander der Religionsgemeinschaften. Zum Geburtstag brachte er ein lebendiges Geschenk für die Kirchengemeinde Trier mit, einen kleinen lebendigen Baum, der demnächst vom Grünflächenamt auf dem Kirchengrundstück eingepflanzt werde, in der Hoffnung, dass er der Neuapostolischen Kirche noch lange erhalten bleibt und wächst und gedeiht.
Weitere Infos
Der Gottesdienst endete mit drei Chorliedern, die so temperamentvoll vorgetragen wurden, dass es einen spontanen Applaus gab.
Eingeladen in die Kirche Trier waren die Gemeinden Trier, Konz, Bitburg, Prüm, Traben-Trarbach und Kaisersesch. In die anderen Gemeinden des Bezirks wurde der Gottesdienst per IPTV (mit Vorprogramm) übertragen.
Nach dem Gottesdienst konnten sich alle Teilnehmenden vom Bezirksapostel, seiner Begleitung und dem Oberbürgermeister persönlich verabschieden.
Beim Verabschieden hatte man den Eindruck, jeder könne sich nur schwer aus dieser heiligen Atmosphäre lösen.
22. Dezember 2024
Text:
Johannes Rammelmann
Fotos:
Gernot Surges
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