Dieser Artikel hätte zwei Überschriften gebraucht: „Advent im Hochsommer“ und „bis bald“. Das sind im Gottesdienst die zwei roten Fäden, die der Festgemeinde von Apostel Gert Opdenplatz mitgegeben wurden. Und der Gottesdienst hatte noch ein weiteres, besonderes Gepräge: In diesem Gottesdienst feierte der Apostel das Abendmahl für die Entschlafenen, das sonst der Bezirksapostel feiert.
Der Apostel begann seine Predigt am 4. August 2024 mit einem etwas merkwürdig anmutenden Satz: „Der Teufel ist ein Meister darin, Sonntage ‚segensreich‘ zu stören“. Wer hat das nicht schon erlebt, dass man sich auf den Gottesdienst freut, und vor oder nach dem Gottesdienst ärgert man sich über eine Kleinigkeit so sehr, dass Segen und Freude weg sind.
Advent im Hochsommer
Das Textwort, das dem Gottesdienst zugrunde lag, steht in Offenbarung 22,20 „Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald. - Amen, komm, Herr Jesus!“ Das ist ja eigentlich ein Adventswort: Wir warten auf den Herrn Jesus, auf die Wiederkunft Christi.
Die Gemeinde wartet darauf. Leider nicht mehr alle. Und die Christen sind leider still geworden in dieser Welt. Wenn wir aber den Nachfolge-Vers nach dem Textwort, den letzten Bibelvers überhaupt, betrachten, da heißt es „Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!“ Wobei es da auf das Wörtchen ALLE ankommt. Damit sind alle Christen gemeint. Die dürfen auch die Gnade verkünden.
Bis bald
Weiter führte der Apostel noch aus, dass er eine Beerdigung für einen Evangelisten durchgeführt habe. Auf dem Weg dorthin kam er an einem Ortsausgangsschild vorbei. Dort stand unter dem Schild der Zusatz „Bis bald“ Das war dann auch das Thema der Trauerpredigt. Und das schrieb der Apostel auch in diesem Gottesdienst immer wieder in die anwesenden Seelen: „bis bald“
Die Ernte
In diesem Gottesdienst erwähnte der Apostel einen Gottesdienst, den Stammapostel Jean-Luc Schneider in Ruanda gehalten hatte. Das spricht wiederum zur Erwartung des Herrn: Das Kirchenoberhaupt verglich den Tag des Herrn mit der Erntezeit – wenn der Herr kommt, wird er solche zu sich nehmen, die auf ihn warteten. Er verglich das mit einer Frucht, die geerntet wird, wenn sie reif ist. Reif, so der Stammapostel, meine aber nicht perfekt! Früchte mögen Flecken aufweisen, aber bei ihrer Ernte seien sie reif und genießbar. Gott sei aber ein Gott der Liebe, betonte der Kirchenleiter, der solche nicht verlasse, die ihn suchten.
Mut
Kürzlich hielt der Apostel eine Trauerfeier für einen Priester, der so seine Ecken und Kanten hatte. Und der mutig war. Meist war er mit dem Fahrrad unterwegs. Wenn er dann Geschwister unterwegs entdeckte, winkte er ihnen zu und rief laut über die Straße „Maranatha“ (das heißt: der Herr kommt). Das hat der auch so ernst gemeint. Solcher Mut ist ein Vorbild für uns.
Die Frau am Jakobsbrunnen
Als Schlusspunkt seiner Predigt setzte der Apostel einige Gedanken zu dem Wort, das am 4. August in allen anderen Gemeinden verarbeitet wurde. Es steht ziemlich am Anfang des Johannes-Evangeliums: „Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging hin in die Stadt und spricht zu den Leuten: Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei!“ (Johannes 4,28.29) Diese Frau am Jakobsbrunnen erfuhr von Jesus, was das Wasser des Lebens ist, ließ alles stehen und liegen, rannte in die Stadt und rief allen Leuten zu, dass sie Jesus persönlich gesehen hatte. Keiner der Bewohner hatte einen Zweifel an den Worten. Sonst wäre sie ja unglaubwürdig gewesen. Nein, alle kamen mit zum Jakobsbrunnen. So sollten auch heute Christen die frohe Botschaft nach draußen tragen.
Predigtbeiträge
In seinem Predigtbeitrag ging Priester Thorsten Behles noch einmal intensiv auf die zwei roten Fäden ein.
Danach wurde Priester Florian Stricksner an den Altar gerufen, um die Gemeinde auf das Heilige Abendmahl vorzubereiten.
Das Abendmahl
Nach dem Abendmahl für die Gemeinde wurde noch das Abendmahl für die Entschlafenen gefeiert. Dabei empfangen zwei ausgewählte Amtsträger das Mahl stellvertretend für die anwesenden unsichtbaren Seelen.
Über das Entschlafenen-Wesen berichteten wir ausführlich und mit einem Extra in diesem Bericht:
Entschlafenengottesdienst in Trier
Weitere Infos
Neben Traben-Trarbach waren der Bezirksälteste Mario Rieth aus dem Bezirk Mainz, die Gemeinde Kastellaun, sowie alle Senioren des Bezirks Trier eingeladen.
Musikalisch wurde der Gottesdienst von Instrumentalmusik und Chorgesang würdig umrahmt.
Nach dem Schlussgebet waren alle Teilnehmenden eingeladen, noch einige Zeit bei Speisen und Getränken in gemütlicher Runde zusammen zu sein.
4. August 2024
Text:
Johannes Rammelmann
Fotos:
Johannes Rammelmann
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