Ein Löwe in der Kirche? Nicht ganz. Beim Gottesdienst mit Apostel Gert Opdenplatz in Kastellaun stand ein eindrückliches Bild aus dem ersten Petrusbrief im Mittelpunkt – und die Frage, wie Christen entmutigenden Stimmen widerstehen können.
Mehr als 100 Gottesdienstbesucher kamen am Sonntag, 12. Juli 2026, in der Neuapostolischen Kirche Kastellaun zusammen. Neben der gastgebenden Gemeinde waren die Gemeinden Bingen-Bingerbrück aus dem Kirchenbezirk Mainz und Traben-Trarbach aus dem Kirchenbezirk Trier eingeladen. Hinzu kamen zahlreiche Urlauber sowie Besucherinnen und Besucher aus Nachbargemeinden.
Die Einladung der Gemeinde Traben-Trarbach knüpfte an eine bereits seit längerer Zeit bestehende Zusammenarbeit an. Obwohl Kastellaun und Traben-Trarbach unterschiedlichen Kirchenbezirken angehören, bestehen zwischen beiden Gemeinden regelmäßige Kontakte. Die vergleichsweise kurze Entfernung zwischen Hunsrück und Mittelmosel begünstigt dieses bezirksübergreifende Miteinander.
Vor Beginn des Gottesdienstes begrüßte Apostel Gert Opdenplatz die Ankommenden persönlich an der Kirchentür. Angesichts der vielen Besucherinnen und Besucher zeigte er sich überrascht und erfreut über den großen Zuspruch an diesem Sonntag.
Musik aus mehreren Gemeinden
Sängerinnen und Sänger aus den beteiligten Gemeinden hatten sich zu einem Chor zusammengeschlossen und gestalteten den Gottesdienst musikalisch mit. Weitere Beiträge kamen von Fagott und Ziehharmonika. Die Orgel begleitete den Gemeindegesang.
Grundlage der Predigt war ein Wort aus dem ersten Petrusbrief: „Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.“ Hinzu kam der Auftrag aus dem folgenden Vers: „Dem widersteht, fest im Glauben“ (1. Petrus 5,8–9).
Apostel Opdenplatz griff das Bild des Löwen auf, das auch für die zahlreich anwesenden Kinder anschaulich war. Die ersten Empfänger des Petrusbriefes hätten sich bedroht und bedrängt gefühlt. Auch heute könnten Menschen innere Stimmen erleben, die ihnen einredeten: „Du bist nichts wert“ oder „Du schaffst das nicht“.
Mein Gott sieht mich
Dem stellte der Apostel die Zusage entgegen: „Mein Gott sieht mich.“ Gottes Gnade gelte allen Menschen. Wer daran festhalte, dass Gott ihn liebe und annehme, leiste dem Entmutigenden Widerstand. Der Aufruf „Seid nüchtern“ bedeute zugleich, die eigenen Schwächen realistisch wahrzunehmen, sich aber nicht auf sie reduzieren zu lassen. Der Christ dürfe sich als begnadigten Sünder verstehen.
Mit einem weiteren Tierbild wandte sich Apostel Opdenplatz besonders auch an die Kinder. Im Buch Sirach heißt es: „Flieh vor der Sünde wie vor einer Schlange; denn wenn du ihr zu nahe kommst, beißt sie dich“ (Sirach 21,2). Es gehe deshalb nicht darum, Grenzen auszutesten und zu fragen: „Wie weit kann ich noch gehen?“ oder „Wo werde ich erwischt und wo nicht?“ Vielmehr gelte es, Gefahren zu erkennen und rechtzeitig Abstand zu halten.
Weitere Predigtbeiträge kamen von Diakon Michael Hellwig aus Kastellaun und Priesterin Sonja Hillen aus Traben-Trarbach.
12. Juli 2026
Text:
Michael Schmid
Fotos:
Michael Schmid
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.
