Apostel Opdenplatz leitete am Sonntag, 06. Juli 2025, den Gottesdienst zum Gedächtnis an die Entschlafenen in Idar-Oberstein. Eingeladen dazu war die Nachbargemeinde Baumholder; die Gemeinden Bitburg, Hermeskeil, Mertesdorf, Schmelz und Wadern waren per IPTV-Übertragung zugeschaltet.
In der Begleitung des Apostels waren u.a. Bischof Pascal Strobel, sowie Bezirksältester Jürgen Raudzus mit seinen beiden Stellvertretern, Hirte Thomas Stüber und Priester Florian Stricksner
Dem Gottesdienst legte der Apostel das Bibelwort aus 1.Mose 50, Vers 20 zugrunde: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen.“
Zu Beginn seiner Predigt ging der Apostel auf das vom gemischten Chor vorgetragene Lied Nr. 221 aus dem Gesangbuch ein, hier insbesondere auf den letzten Teil des ersten Verses: Ich will anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. Auch das Geschehen um Josef, das im vorgelesenen Bibelwort zusammengefasst ist, wurde ausführlich beleuchtet.
Der Apostel berichtete dann, dass er als ganz junger Priester im Alter von 23 Jahren freitags auf seiner Arbeitsstelle einen Anruf seines damaligen Ältesten erhielt, der ihm sagte: Gert, du musst am Montagmorgen eine Beerdigung halten. Mit dem Hinweis, dass er erst seit drei Tagen einen neuen Arbeitsplatz habe und er nicht wisse, wie er zur Beerdigung frei bekommen solle, sagte der Älteste sinngemäß zu ihm: „Du gehst zu deinem Chef und sagst ihm, dass du Seelsorger der Neuapostolischen Kirche bist und eine Beerdigung halten musst und dass du anschließend wieder ins Büro kommst.“ So geschah es dann auch. In seiner Dienststelle hatte sich das rasch über den „Flurfunk“ verbreitet.
Am Nachmittag des gleichen Tages kam ein Arbeitskollege zu ihm und bat darum, dass Priester Opdenplatz ihn nach Feierabend zum Friedhof begleiten möge. Dort angekommen sagte der Arbeitskollege, übrigens ein studierter Theologe: Hier sind zwei von drei meiner toten Kinder beerdigt, wo sind sie jetzt?
Der junge Priester gab dann seinem Kollegen Zeugnis über das Entschlafenenwesen unserer Kirche. Daraufhin bat der Kollege darum, dass der Priester noch mit ihm nach Hause ging, um das auch der Ehefrau zu erzählen, die in ihrem Leid völlig verzweifelt war.
Im Hinblick auf die für uns ungezählten Scharen von Seelen in der Ewigkeit, zitierte der Apostel noch die Aussage eines schweizerischen Dichters, der sinngemäß einmal sagte: Die Welt ist ein großer Friedhof, auf dem noch ein paar Lebende herumlaufen.
Einen schönen Gedanken zum Zusammenleben in einer Gemeinde äußerte der Apostel, indem er die Gemeinde mit einer Blumenwiese verglich. In einer Blumenwiese wachsen eine Vielfalt von verschiedenen Blumen, dazwischen auch schon mal Unkraut wie z.B. eine Distel. Niemand kommt auf die Idee in einer Blumenwiese das Unkraut zu rupfen.
Auch viele Lebewesen - wie Bienen oder sonstige Insekten - fühlen sich wohl, es ist ganz einfach Leben da. Lassen wir also zu, dass sich in unseren Gemeinden alle Mitglieder, so unterschiedlich sie auch sein mögen, wohl fühlen. So unterschiedlich, wie wir sind, bilden wir eine bunte und lebendige Blumenwiese.
Der Rasen eines Golfplatzes ist zwar sehr gepflegt, die Grashalme sind fast einer wie der andere, aber vielfältiges Leben entwickelt sich dort nicht.
Bischof Pascal Strobel und Priester Marcus Strobel ergänzten mit Predigtbeiträgen das Dienen des Apostels.
Nach dem Gottesdienst kamen die Gottesdienstteilnehmer im Gemeinschaftsraum noch zu Kaffee und Kuchen zusammen.
Zur Freude der Anwesenden nahm sich auch unser Apostel dafür Zeit, sodass sich noch das ein oder andere Gespräch ergab.
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